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Die Gründung der Abtei Saint-Michel von Saint-Mihiel geht auf die Zeit der Karolinger zurück. Die ersten Bücher – Manuskripte – wurden seit dieser Zeit in den Nebengebäuden der Kirche gesammelt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Bestand immer größer, vor allem mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert. Nachdem der Bestand mehrmals verlegt worden war, fand er um 1775 in den speziell zu diesem Zweck eingerichteten Sälen einen prachtvollen Rahmen.

Die Stadt Saint-Mihiel hat heute das seltene Privileg, immer noch einen Großteil dieses von den Benediktinern aufgebauten Bestandes zu besitzen und die Bücher immer noch in den Sälen und Regalen präsentieren zu können, die sie fast nie verlassen haben. Und dies trotz der Verluste aufgrund des Zustands der Verwahrlosung, dem die Bibliothek zwischen 1791 – dem Jahr, in dem sie vom französischen Staat beschlagnahmt wurde – und 1848, als sie der Stadt Saint-Mihiel übergeben wurde, ausgesetzt war. Auch während des Ersten Weltkriegs hat sie unter Zerstörungen gelitten.

Seit zwei Jahrhunderten präsentiert sich also die Bibliothek in folgender Weise: zwei Säle mit einer Höhe von 5 Metern; der erste ist quadratisch, bemerkenswert durch seine reich mit Stuck verzierte Decke, die die vier Jahreszeiten, die vier Elemente und vier von fünf Kontinenten darstellt, und seine Eichenholztäfelungen mit Schnitzereien aus dem 18. Jahrhundert; der zweite Saal ist nüchterner gehalten, 50 Meter lang und wird von 17 Fenstern erhellt, die Decke und die Täfelungen wurden nach dem Ersten Weltkrieg, in dem sie schwer beschädigt wurden, sorgfältig restauriert.

Heute besteht der sogenannte Benediktiner-Bestand aus fast 9000 Büchern; die meisten davon stammen tatsächlich aus der Bibliothek der Abtei, doch sie umfassen nicht den gesamten Bestand dieser Bibliothek, der sich durch Verkäufe, Tausch und leider auch durch Diebstähle nach der Französischen Revolution etwas verändert hat. Dafür wurden Sammlungen anderer Einrichtungen der Stadt in den Bestand aufgenommen.

Zu diesen 8780 Büchern zählen 74 Manuskripte aus der Zeit vom 9. bis 16. Jahrhundert. Unter den Büchern sind 86 Inkunabeln (Wiegendrucke aus dem 15. Jahrhundert) und 1150 Werke aus dem 16. Jahrhundert zu erwähnen; etwa 6000 Werke tragen das handgeschriebene Exlibris der Benediktinerabtei von Saint-Mihiel.

Diese Werke behandeln nicht nur religiöse Themen; fast die Hälfte befasst sich mit Geschichte, Literatur, Recht, Wissenschaften, Reisen usw.

In der Sommersaison bieten Themenausstellungen Gelegenheit, interessante Werke der Bibliothek im ersten Saal zu entdecken. Auf den im großen Saal aufgestellten Bildschirmen werden die schönsten Seiten der Manuskripte des Benediktiner-Bestands gezeigt.

Digitalisierte Werke können bei Besichtigungen der Benediktiner-Bibliothek am Bildschirm angesehen werden. Das Manuskript von Dom Loupvent, einem Mönch der Abtei Saint-Michel, erzählt seine Reise ins Heilige Land im 16. Jahrhundert. Ein ihm gewidmeter Film eines Forschers kann hier angesehen werden: http://domloupvent.univ-lorraine.fr/#/la-carte

Weitere Manuskripte, darunter das berühmte Graduale, können hier angesehen werden: http://archives.meuse.fr/resource/a011418741123RPcAW4

Weitere Informationen erhalten Sie beim Fremdenverkehrsbüro Coeur de Lorraine.