Eine erste Kirche wurde 779 errichtet und im 11. Jahrhundert im romanischen Stil neu gebaut. Das 16. Jahrhundert bot Gelegenheit zu einem teilweisen Neubau im spätgotischen Stil. Die Kirche in ihrer heutigen Bauweise mit ihrem neuzeitlichen Kirchturm mit Kuppeldach stammt aus dem Jahr 1824.

Die Grablegungsszene

Die Grablegungsszene von Ligier Richier, eine Skulpturengruppe aus 13 leicht überlebensgroßen Figuren, stellt eine Episode der Grablegung Christi dar.

Christus befindet sich in der Mitte, ein lebloser, aber nicht steifer Leichnam, der von Josef von Arimathäa und Nikodemus gestützt wird. Die kniende Maria Magdalena küsst die Füße Christi, sie ist prunkvoll gekleidet, nach der Mode zur Zeit Franz’ I. (mit Bauschen verzierte Schlitzärmel).

Die Jungfrau Maria wird vor Schmerzen ohnmächtig und wird bei ihrem Sturz vom Apostel Johannes und Maria Kleophas aufgefangen, während ein Engel (mit den Gesichtszügen von Ligier Richier?) die Passionswerkzeuge mit einem Ausdruck unendlicher Trauer trägt.

Die zwei Soldaten im rechten Hintergrund der Bogennische haben gerade um das Gewand Christi gewürfelt, während eine als „Zenturio“ bezeichnete Person über das Drama der Kreuzigung Christi nachzudenken scheint. Die etwas abseits stehende Salome bereitet das Leichentuch hingebungsvoll und unter Schmerzen vor.

Offenbar war die Bogennische nicht der vom Künstler für die Aufstellung dieses Meisterwerks vorgesehene Ort, denn die verschiedenen Figurengruppen scheinen zu nahe aneinander zu stehen. Dieses Meisterwerk des Künstlers bewegt durch die übersteigerte Darstellung der Gefühle der Figuren.

Das über der Bogennische in Stein gehauene lateinische Distichon lässt sich wie folgt übersetzen:

„Besucher, von Jesus Christus bewundere dieses Grab,

Er war der Heiligste unter ihnen, doch nie der Schönste“

Auskünfte und Führungen

  • Fremdenverkehrsbüro Cœur de Lorraine
  • Tel. +33 (0)329890647
christsite
vitrailsite
monument-funerairesite
Die Schutzmantelmadonna

Diese seit 1824 in der Kirche Saint-Étienne angesiedelte Terrakottastatue befand sich ursprünglich in der Kapelle des Paulanerklosters (Couvent des Minimes). Sie schützt unter ihrem rechten Arm die Vertreter der Kirche und unter ihrem linken Arm die Leute des Volkes und der Krone.

Die Kirchenfenster

Diese nach dem Ersten Weltkrieg angefertigten Kirchenfenster im modernen Stil beziehen durch ihre Farben und die Behandlung der Formen eine große Zahl von Elementen in Verbindung mit der Fauna und Flora ein. Die religiösen Inschriften sind zum großen Teil in modernem Französisch verfasst.